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Firmengeschichte



Von Krieg zu Krieg und dazwischen
Das Unternehmen in instabilen Zeiten
1914 - 1945


1914 Feierliche Einweihung der Ottokirche, dem geistigen Bezugsort der Weyermann-Familien, seit sie am neuen Standort in der Memmelsdorfer Straße ansässig sind. Bau und Ausbau der Kirche werden großzügig gefördert.



1914 Beim Ausbruch des Krieges steht das Unternehmen in vollster Blüte. Die Ernährungsschwierigkeiten der langen Kriegsjahre und die Kontingentierung der Rohmaterialien erschweren in hohem Maße das Inlandsgeschäft, der Auslandsexport kommt völlig zum Erliegen. Kontingentierte Lieferungen für das Inland und den Heeresbedarf erhalten in diesen schwierigen Zeiten den Betrieb aufrecht.

Frau Kommerzienrat Sabine Weyermann unterhält aus eigenen Mitteln die zum Lazarett umgebaute Luitpoldschule. Ihr Wirken und ihr großes soziales Engagement in der Kriegs- und Nachkriegszeit findet große Beachtung.

Bamberg zählt bei Kriegsbeginn 48.063 Einwohner, davon 40.361 Katholiken, 6.400 Protestanten und 1.177 Juden.

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1916 Rudolf Weyermann heiratet die 20-jährige Eltmanner Unternehmerstochter Adele Ankenbrand. Ihr gemeinsamer Sohn Rolf wird 1919 in Würzburg geboren.

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1917 Carl Friedrich Bernhard Weyermann heiratet in erster Ehe die Bamberger Brauereibesitzerstochter Margarete Baumann, geb. 1894, von der er 1921 wieder geschieden wird. Der Ehe entstammt ein Sohn Johann, geb. 1918. Johann, genannt Hans, verbringt seine Jugend und Schulzeit in Kloster Ettal. Im Anschluss an den Kriegsdienst absolviert er eine Landwirtschaftslehre auf Gut Leimershof in der Nähe von Bamberg.



1917 Ernährungsschwierigkeiten, Not und Mangel prägen die Kriegsjahre und die unmittelbare Nachkriegszeit im ganzen Deutschen Reich, so auch in Bamberg.

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1918 Mit der Novemberrevolution 1918 werden die Monarchien im Deutschen Reich beseitigt und die Republik ausgerufen. Bayern ist fortan kein Königreich mehr, sondern ein Freistaat. Aufgrund der Unruhen in München im Frühjahr 1919 ziehen Landtag und Staatsregierung nach Bamberg um und verabschieden hier die erste demokratische Verfassung für das Land Bayern, die „Bamberger Verfassung“.

Auf Reichsebene wird das innenpolitische Klima der jungen Weimarer Republik durch die rigiden Vorschriften des Versailler Vertrages, indem das Deutsche Reich die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg und alle finanziellen Schäden zu tragen hat, massiv belastet und führt zum Erstarken radikaler Gruppierungen.

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1919 Den Eheleuten Rudolf und Adele Weyermann, geb. Ankenbrand, wird am 5. Januar 1919 ein Sohn geboren. Der Tradition der Familie folgend, nennen sie ihn Rolf.



1919 Am 25. Oktober 1919 stirbt Johann Baptist Weyermann im Sanatorium in Blankenburg in Thüringen. Damit endet die Ära des Firmengründers, der den Betrieb gegründet und aus kleinsten Anfängen hin zu Weltruf geführt hatte.

Seine Witwe Sabine übernimmt zusammen mit den Söhnen Rudolf und Carl sowie Tochter Eva die Leitung des Unternehmens. In bewundernswerter Weise gelingt es ihnen, die alten Freunde von vor dem Krieg wieder zum alten Haus zu bringen und das Geschäft wieder zu beleben.




1922 Carl Weyermann heiratet in zweiter Ehe Franziska Brunnhuber. In kurzer Reihenfolge werden ihnen zwei Söhne geschenkt: Günther Rudolf am 19. März 1924 und Heinz am 28. Dezember 1925. Die Familie wohnt in der Villa Abtsberg 2.

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1923 Prägend für dieses Jahr ist die Hyperinflation: Die massive Geldschöpfung über Kriegsanleihen wurde erst nach dem Krieg in Form einer gigantischen Inflation offenbar. 1 US-Dollar kostet im Juli 1914 noch 4,20 Mark, im Januar 1923 jedoch 7.260 Mark und im November 1923 schließlich 4.200.000.000.000 Mark. Dies bestimmt natürlich auch das Tagesgeschäft bei Weyermann: Preise und Löhne werden zunächst wöchentlich, schließlich sogar täglich neu festgelegt.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingung vollzieht sich der Aufbau des Unternehmens in rascher Folge. Bald ist der Friedensstand der Produktion wieder erreicht, und im Jahr der Hyperinflation werden die Silokapazitäten entlang der Brennerstraße aufgestockt.

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1924 Carahell® und Caramünch® werden als geschützte Warenzeichen angemeldet und folgen dem bereits 1908 realisierten Eintrag von Carapils®. Bei diesen in der Brauwelt gängigen Begriffen handelt es sich um originale Traditionsmarken aus dem Hause Weyermann, die national und international registriert und geschützt sind.

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1926 Das Interesse der Staatsführung an den Firmen Weyermann zeigt sich in einem Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held. Anlässlich des 16. Bayerischen Landesturnfestes am 16.-18. Juli 1926 in Bamberg weiht Dr. Held das neu errichtete Volksparkgelände am Stadion ein. Während seines Aufenthalts wohnt er bei in der Villa Weyermann als Gast von Rudolf und Adele Weyermann.

Die Universität Erlangen verleiht Rudolf Weyermann den Titel eines Dr. phil. h.c. als Dank für die großzügige finanzielle Unterstützung beim Bau der Universitätsbibliothek.

Carafa® wird als viertes Warenzeichen eingetragen. Alle Weyermann´schen Warenzeichen stehen für höchste Qualität und sorgfältigste Produktionsweise.

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1926 Die Firmen Mich. Weyermann, Bamberg sowie Johann Baptist Weyermann, Potsdam sind bei der Deutschen Brauerei-Ausstellung mit Gersten- und Hopfenschau (18. September bis 3. Oktober 1926) in München mit einem Messestand vertreten.


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1927 Tod von Frau Kommerzienrat Sabine Weyermann, geb. Sippel. Im 71. Lebensjahr stirbt die Seniorchefin der „Mich. Weyermann Farb- und Caramelmalzfabrik“ und wird unter großer Anteilnahme der Bamberger Bürger in der Weyermann´schen Familiengruft beigesetzt. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes Johann Baptist hatte sie sich völlig aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen und ihr Leben der Wohlfahrt und der Caritas gewidmet. Ihr Wirken und Schaffen wurde mit verschiedenen Auszeichnungen belohnt, darunter dem Ludwigskreuz. Arbeiter der beiden Firmen tragen den Sarg der Seniorchefin zu Grabe.

Aus Anerkennung der Verdienste von Dr. Rudolf Weyermann um den Flugzeugbau in Bamberg kreist ein mit schwarzen Trauerwimpeln geschmücktes Messerschmitt-Flugzeug mit Baron von Conta als Pilot über der Grabstätte. Zu ihrem Gedenken rufen ihre Kinder die „Kommerzienrat Sabine Weyermann Stiftung“ in Höhe von 25.000 RM ins Leben. Die Stiftung soll dazu dienen, ehemaligen Arbeitern und Angestellten der Firmen Weyermann eine Pension zu gewähren.

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1928 Kommerzienrat Dr h.c. Rudolf Weyermann wird zum Ausschussmitglied des Deutschen Museums ernannt.



1928 Bei dem am 4. August niedergegangenen Unwetter wird die Fabrikationsanlage der „Farb- und Caramelmalzfabrik Mich. Weyermann“ durch teilweisen Einsturz des Dampfkamines beschädigt. Der Betrieb läuft jedoch reibungslos weiter. Bei diesem Sturm wird der Saum des Bamberger Hauptsmoorwaldes um mehr als 100 Meter „zurückverlegt“.

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1928 Die nach Potsdam verlegte Firma „Farbmalzbier-Brauerei Johann Baptist Weyermann“ feiert ihr 25-jähriges Firmenjubiläum und blickt auf eine einzigartige Erfolgsgeschichte mit Sinamar®.

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1929 Die Familie unterstützt den noch immer nicht abgeschlossenen Ausbau der St. Ottokirche großzügig: Während Rudolf und Adele Weyermann aus Anlass der Hl. Erstkommunion Ihres einzigen Sohnes Rolf die Kanzel stiften, geben Carl und Fanny Weyermann im Kloster Münsterschwarzach Heiligenfiguren in Auftrag. Die Mitkommunikanten werden zum Essen ins Weyermannhaus eingeladen, und die Firma schenkt allen Kindern ein Gebetbuch sowie eine Kommunionkerze. Aus Dankbarkeit für die erwiesene Großzügigkeit wollen Gemeindemitglieder der Pfarrei St. Otto im Gesicht von Johannes dem Täufer an der Kanzel das von Rolf Weyermann erkennen.

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1929 50 Jahre Mich. Weyermann Farb und Caramelmalzfabrik! Aus kleinsten Anfängen hat sich ein Weltunternehmen entwickelt, das in über 30 Länder der Erde seine hoch geschätzten Produkte liefert. In den Tagen vom 3. bis zum 5. Oktober feiert die Firma in glanzvollem Rahmen die Wiederkehr der Firmengründung.

Das große Fest wird eingeleitet mit einem Begrüßungsabend im neuen Festsaalgebäude der Fabrik, das für die Feier eigens errichtet (Architekt Haeberle) und erstmals in Benutzung genommen wird. Am Gründungstag wird in der St. Ottokirche ein Festgottesdienst von Erzbischof Dr. Jacobus Ritter von Hauck zelebriert, an dem viele wichtige Persönlichkeiten teilnehmen. Es schließt sich der Jubiläumsfestakt in dem neuen Festsaal an, wobei die Ernennung von Kommerzienrat Dr. Rudolf Weyermann zum Ehrensenator der Universität Erlangen erfolgt. Regierungspräsident von Strößenrezuther betont in seiner Rede, dass es der Mälzerei Mich. Weyermann gelungen sei, „trotz aller Hindernisse des Weltmarkt wieder zu erobern“.

Aus Dankbarkeit gegenüber der Belegschaft richtet die Firma Weyermann im Jubiläumsjahr eine Stiftung in Höhe von 100.000 RM ein, die zur Förderung von Wohneigentum der Mitarbeiter dienen soll.

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1930 Kommerzienrat Dr.h.c. Rudolf Weyermann wird der Goldene Ehrenring des Deutschen Museums verliehen. Aufgrund der besonderen finanziellen Unterstützung, die er als Mäzen dem 1925 eröffneten Museum angedeihen lässt, erhält er neben anderen Persönlichkeiten diese hohe Auszeichnung.




1930 Kommerzienrat Dr. h.c. Rudolf Weyermann wird 50. Aufgrund seiner Verdienste um das Gemeinwohl ernennt ihn die Stadt Bamberg zum 16. Ehrenbürger. Rudolf spendet im Namen der Firma in den Jahren 1926 bis 1929 rund 360.000 RM für gemeinnützige Zwecke und soziale Belange. Zu wissenschaftlichen Forschungszwecken stiftet er der Studienanstalt Weihenstephan eine komplette Laborbrauerei mit Sudhaus, Braupfanne und Kühlschiff.



1933 Das Unternehmen im Nationalsozialismus: Auch Weyermann Malz bleibt von der nationalsozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft in der Zeit des sog. Dritten Reichs nicht verschont. Beide Weyermann-Firmen werden starr in das hierarchische und zentral gesteuerte Wirtschaftssystem des Nationalsozialismus integriert. Von unternehmerischer Freiheit kann keine Rede mehr sein. Weyermann Malz wird als Kaffee röstender Betrieb zum Heereslieferanten ernannt.




1937 Rolf Weyermann wird zum Reichsarbeitsdienst einberufen, den er 1937 bis 1939 absolviert. Ab 1939 leistet er Kriegsdienst bei der Flugabwehr in Italien, Kurland und Litauen.



1939 In der Unsicherheit des gerade begonnenen Zweiten Weltkrieges begeht man am 4. Oktober 1939 das 60-jährige Betriebsjubiläum. Unmittelbar vor Beginn des Krieges wurden Lebensmittelmarken und Bezugsscheine ausgegeben, um eine möglichst gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

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1939 Die Söhne beider Familien werden wie Hunderttausende mit ihnen zum Kriegsdienst eingezogen. Einer wird nicht mehr nach Hause kommen. Rolf gerät bei Kriegsende in russische, Heinz in amerikanische Gefangenschaft, aus der er erst im September 1946 entlassen wird.




1941 Rolf Weyermann schreibt sich an der Braueruniversitaet Weihenstephan ein. Gleichzeitig wird er Mitglied der Studentenverbindung L!Bavaria. Die Kriegszeit und der frühe Tod seines Vaters hindern ihn jedoch daran, sein Studium in Freising fortzusezten. Er wählt daher Erlangen als nahen Studienort.

Im folgenden Jahr heiratet Rolf Weyerman seine Sandkastenliebe Irma Beck. 1943 wird ihnen ein Sohn namens Rudo geboren, 1948 folgt Tochter Irmtraut.



1943 Günther Rudi Weyermann, Sohn von Carl und Franziska, fällt als Gefreiter in einer Panzerabwehrkompanie im Alter von 19½ Jahren im Raum Charkow, Russland.



1945 Bei dem Versuch, den Bamberger Bahnhof zu bombadieren,wird die Brennerstraße schwer getroffen. Eine Brandbombe fällt auf das Dach des Verwaltungsgebäudes und enflammt den Dachstuhl. Dieser wird als einer der letzten Kriegsschäden im Jahre 1992 nach historischen Vorlagen wiederaufgebaut. Im Festsaal werden Siemens-Mitarbeiter einquartiert, die aus dem zerbombten Berlin-Halske eine neue Heimat in Franken suchen. Die Malzproduktion kommt völlig zum Erliegen.

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